ÜLU nah dran - Folge 1

Einblicke aus der überbetrieblichen Ausbildung –
Aus der Sicht eines Auszubildenden

Start unserer Kurzserie „ÜLU nah dran“. Wir zeigen, wie ÜLU wirklich abläuft –
aus Sicht von Azubi, Ausbilder und Betrieb:
Wie gelernt wird, was hängen bleibt und warum alle davon profitieren.

So erlebe ich meine ÜLU-Woche:
Montag, 07:30 Uhr.

Der Ausbilder sammelt uns im Eingangsbereich ein. Für mich heißt das: neue Woche ÜLU – raus aus dem Betrieb, rein in die Innung. Erst mal ankommen: Namen checken, kurze Begrüßung,
dann geht’s direkt in die Lagebesprechung. Was machen wir diese Woche? Welche Themen? Welche Fahrzeuge? Danach ist klar: Das erwartet uns – kein Rätselraten.

Erst mal wieder klar werden, worum es geht. Am Vormittag starten wir mit Theorie – aber anders als in der Schule. Hier geht’s um Sachen, die man eigentlich schon kennt, die aber im Alltag manchmal untergehen: Messprinzipien, Zusammenhänge, Sicherheitsregeln – zum Glück, denn ehrlich gesagt, habe ich die Sachen aus der Schule bereits „archiviert“. Das wird nochmal
aufgegriffen – aber so, dass man’s auch wirklich versteht. Nicht einfach „durchnehmen“, sondern eher: Was brauche ich gleich, damit ich diese Woche schaffe und draußen keinen Mist mache?

Nach dem Mittag: endlich Praxis! Nach der Pause geht’s in die Werkstatt. Wir arbeiten an verschiedenen Stationen – jede hat ihr eigenes Thema: Diagnose, Messtechnik, Fehlersuche – alles dabei. Wir sind in kleinen Gruppen unterwegs und wechseln die Stationen. So kommt jeder überall mal ran. 

Der Ausbilder läuft mit, schaut sich an,  was wir machen, gibt Hinweise.  Aber: Er sagt uns nicht direkt die Lösung. Man muss schon selbst überlegen – manchmal auch ein bisschen tüfteln. Ist doof und anstrengender, das Thema bleibt aber deutlich besser hängen.

Und plötzlich merkst du: andere machen’s anders. Was echt spannend ist: jeder kommt aus einem anderen Betrieb. Dann fallen zwischendurch so Sätze wie: „Bei uns machen wir das anders…“ oder „Echt? Das habe ich noch nie so gesehen“. Und genau daraus lernt man extrem viel. Nicht nur vom Ausbilder – auch voneinander.

Die Woche geht weiter: Es heißt dranbleiben – gleiche Richtung, mehr Tiefe. Wir gehen nach und nach durch alle Stationen. Jeder macht alles einmal –und meistens auch mehr als einmal. Der
Ausbilder ist immer greifbar. Wenn man hängt, hilft er weiter – aber so, dass man selbst draufkommt. Man merkt mit der Zeit: man wird sicherer. Dinge greifen schneller ineinander.

Fehler machen, besser werden - genau dafür ist ÜLU da

Die Woche ist um, es ist Freitag: Klartext ist angesagt. Am Freitag gibt’s nicht nur Praxis, sondern auch Feedback. Was läuft gut? Wo muss ich noch nachziehen? Und vor allem: Was kann ich jetzt im Betrieb besser machen? Das ist auch für meinen Betrieb wichtig – weil ich genau weiß, woran ich weiterarbeiten sollte. Am Ende bekommen wir ein Zertifikat mit den Inhalten der Woche und eine  Einschätzung des Ausbilders in Form einer Note. Quasi schwarz auf weiß, was wir gemacht haben. 

Ein ÜLU-Tag ersetzt den Betrieb nicht. Aber er sorgt dafür, dass ich mehr verstehe und sicherer arbeite. Und genau darum
geht’s am Ende. 

Fortsetzung Folge 2